EICMA 2026: Diese neuen Motorräder kommen – und was sie für Gebrauchtpreise bedeuten
Robert
|
10 September, 2026
|
8 min read
BMW GS Motorrad auf der EICMA Motorradmesse in Mailand mit Messebesuchern im Hintergrund
Die EICMA in Mailand ist jedes Jahr einer der wichtigsten Termine für die Motorradbranche. Auch 2026 dürfte die Messe wieder für zahlreiche Premieren, neue Modellgenerationen und Überraschungen sorgen. Vom 5. bis 8. November 2026 trifft sich die Motorradwelt auf der Fiera Milano Rho. Für Presse und Fachbesucher öffnet die EICMA bereits am 3. und 4. November.
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Für Motorradfahrer geht es bei der EICMA aber nicht nur um neue Modelle. Jede neue Generation hat auch Auswirkungen auf den Gebrauchtmarkt. Denn sobald ein beliebtes Motorrad technisch oder optisch deutlich überarbeitet wird, stellt sich für Besitzer der Vorgängermodelle eine wichtige Frage: Was passiert jetzt mit dem Wert meines Motorrads?

EICMA 2026: Auf diese Motorräder dürfen wir gespannt sein

Schon vor dem Messestart zeichnet sich ab, dass die EICMA 2026 eine ganze Reihe interessanter Neuheiten bereithält. Einige Modelle sind bereits offiziell vorgestellt, andere werden für Mailand erwartet oder wurden durch Erlkönige und Herstellerankündigungen angekündigt.

BMW F 450 GS

Die BMW F 450 GS ist keine reine EICMA-Spekulation mehr. BMW hat das neue Adventurebike bereits offiziell vorgestellt. Die Maschine wird von einem neu entwickelten 420-cm³-Zweizylinder mit 48 PS angetrieben und bringt fahrfertig nur 178 Kilogramm auf die Waage. Damit positioniert BMW die F 450 GS zwischen der bisherigen G 310 GS und den größeren F-Modellen.

Gerade für den Gebrauchtmarkt ist das interessant: Mit einem neuen, modernen Adventurebike im A2-Segment entsteht zusätzliche Konkurrenz für etablierte Modelle.

Royal Enfield Himalayan 750

Royal Enfield arbeitet außerdem an einer größeren Himalayan. Die Himalayan 750 wurde bereits mehrfach als nahezu serienfertiges Motorrad gesichtet und könnte auf der EICMA ihre Weltpremiere feiern.

Sie soll oberhalb der erfolgreichen Himalayan 450 positioniert werden und stärker auf Touren und lange Strecken ausgelegt sein. Aktuelle Aufnahmen zeigen bereits ein weitgehend seriennahes Motorrad.

Damit könnte Royal Enfield in ein Segment vordringen, in dem heute unter anderem Mittelklasse-Enduros von BMW, Honda, Yamaha und KTM um Käufer kämpfen.

Yamaha Ténéré 900

Auch Yamaha dürfte in Mailand für Aufmerksamkeit sorgen. Besonders gespannt wird auf eine mögliche Ténéré 900 geblickt. Sie würde die bekannte Ténéré-Familie nach oben erweitern und könnte mit dem aus anderen Yamaha-Modellen bekannten Dreizylinder-Konzept neue Kunden ansprechen.

Sollte Yamaha tatsächlich eine größere Ténéré präsentieren, dürfte vor allem der Gebrauchtmarkt der Ténéré 700 interessant werden. Denn bei einem größeren Nachfolgemodell vergleichen Käufer automatisch Preis, Leistung und Ausstattung der bisherigen Modelle.

BMW R 20

Mit der R 20 könnte BMW außerdem einen besonders emotionalen Neuzugang präsentieren. Das Konzept mit dem großen Big Boxer hat bereits für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Die Serienversion des außergewöhnlichen Roadsters wird als eine der möglichen großen Premieren für die EICMA gehandelt.

Weitere erwartete Neuheiten

Neben diesen Modellen werden für die EICMA 2026 zahlreiche weitere Neuheiten erwartet. Dazu gehören unter anderem:
  • KTM 390 Adventure R – Weiterentwicklung der beliebten Adventure-Baureihe
  • KTM 690 Adventure – mögliche Rückkehr der großen Einzylinder-Enduro
  • Honda Transalp 850 – mögliche Erweiterung der erfolgreichen Transalp-Familie
  • Honda CB1000 Hornet SP – stärkere Variante der CB1000 Hornet
  • Ducati Streetfighter V2 und weitere Modelle mit dem neuen V2-Motor
  • Ducati Monster V2 – die neue Monster-Generation ist bereits mit dem 890-cm³-V2 unterwegs
  • CFMOTO 750MT bzw. weitere größere Adventure-Modelle
  • Aprilia Tuareg 660 Rally – mögliche sportlichere Variante der Tuareg
  • Hero Xpulse 421 – neues Adventurebike im wachsenden Mittelklasse-Segment
Bei einigen dieser Modelle handelt es sich derzeit noch um Erwartungen, Erlkönige oder Medienberichte. Erst die offiziellen Herstellerpräsentationen werden zeigen, welche Neuheiten tatsächlich in Mailand stehen.

Bei Ducati ist die Entwicklung dagegen schon weiter: Die neue Monster-Generation nutzt den 890-cm³-V2 und ist bereits als aktuelles Modell erhältlich. Auch die neue Streetfighter V2 basiert auf dieser Motorengeneration.

Warum neue Modelle für Besitzer älterer Motorräder wichtig sind

Eine neue Modellgeneration bedeutet nicht automatisch, dass das Vorgängermodell plötzlich deutlich weniger wert ist.

Trotzdem kann eine Premiere den Gebrauchtmarkt beeinflussen.

Der Grund ist einfach: Käufer vergleichen.

Angenommen, ein neues Modell kostet als Neufahrzeug 13.000 Euro und bietet gegenüber dem Vorgänger einen moderneren Motor, mehr Leistung, bessere Elektronik oder ein deutlich überarbeitetes Fahrwerk. Dann wird ein drei oder vier Jahre altes Motorrad plötzlich stärker mit dem neuen Modell verglichen.

Das kann den Preis des Vorgängers unter Druck setzen.

Besonders deutlich wird dieser Effekt, wenn ein Hersteller nicht nur ein Facelift präsentiert, sondern eine komplett neue Modellgeneration auf den Markt bringt.

Was passiert mit dem Preis eines Motorrads bei einem Modellwechsel?

Die Preisentwicklung lässt sich grob in mehrere Phasen einteilen.

1. Vor der Premiere: oft noch stabile Preise

Solange noch keine konkreten Informationen über ein neues Modell bekannt sind, kann sich der Gebrauchtpreis relativ normal entwickeln.

Das Motorrad ist weiterhin das aktuelle Modell und wird von Käufern entsprechend wahrgenommen.

2. Erste Gerüchte und Erlkönige: Käufer werden vorsichtiger

Sobald erste Informationen über einen Nachfolger auftauchen, verändert sich die Situation.

Ein Käufer, der beispielsweise 12.000 Euro für ein gebrauchtes Motorrad ausgeben möchte, kann sich fragen:

"Soll ich jetzt kaufen oder lieber noch ein paar Monate auf das neue Modell warten?"

Allein diese Überlegung kann die Nachfrage nach dem bisherigen Modell reduzieren.

3. Offizielle Vorstellung: der Vergleich beginnt

Mit der offiziellen Premiere werden technische Daten, Ausstattung und Preis bekannt.

Jetzt können Käufer den Vorgänger direkt mit dem neuen Modell vergleichen.

Je größer der technische Unterschied, desto größer kann der Druck auf die Gebrauchtpreise des Vorgängers werden.

4. Markteinführung: neue und gebrauchte Motorräder konkurrieren

Sobald die ersten Neufahrzeuge beim Händler stehen, wird es besonders interessant.

Denn plötzlich steht beispielsweise ein gebrauchtes Motorrad für 10.500 Euro neben einem neuen Modell für 13.000 Euro.

Der Preisabstand muss aus Sicht des Käufers attraktiv genug sein.

Ist er es nicht, muss der Verkäufer des gebrauchten Motorrads möglicherweise mit dem Preis nach unten gehen.

Aber: Nicht jedes alte Modell verliert stark an Wert

Ein Modellwechsel ist deshalb kein automatischer Grund für einen starken Preisverfall. Entscheidend ist, wie groß der Unterschied zwischen den Generationen tatsächlich ist.

Ein Vorgänger kann sogar weiterhin sehr gefragt sein, wenn er beispielsweise:

  • einen besonders beliebten Motor besitzt,
  • leichter oder einfacher aufgebaut ist,
  • weniger Elektronik hat,
  • einen bestimmten Charakter besitzt,
  • als besonders zuverlässig gilt,
  • oder auf dem Gebrauchtmarkt ohnehin sehr gefragt ist.

Auch die Verfügbarkeit spielt eine Rolle.

Ist das neue Modell lange nicht lieferbar, können gute gebrauchte Exemplare des Vorgängers weiterhin interessant bleiben.

Ein Beispiel aus dem Motorradmarkt

Ein typisches Szenario sieht so aus:

Ein Motorrad kostet neu 15.000 Euro. Nach drei Jahren werden vergleichbare gebrauchte Exemplare für etwa 10.500 bis 11.000 Euro angeboten.

Dann erscheint eine neue Generation.

Der Hersteller verlangt für das neue Modell 16.000 Euro und bietet dafür einen neuen Motor, mehr Elektronik und eine umfangreichere Ausstattung.

Plötzlich müssen sich Käufer entscheiden: 10.500 Euro für das gebrauchte Vorgängermodell oder 16.000 Euro für die neue Generation?

Der Gebrauchtpreis muss nicht sofort einbrechen. Aber die Verhandlungsposition des Verkäufers kann sich verändern.

Vielleicht werden aus den bisher erzielbaren 10.500 Euro nur noch 10.000 Euro – oder sogar weniger.

Genau hier wird der Zeitpunkt des Verkaufs interessant.
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Wann sollte man sein Motorrad vor einer neuen Modellgeneration verkaufen?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Wer sein Motorrad ohnehin verkaufen möchte, sollte eine bevorstehende Modellüberarbeitung aber durchaus berücksichtigen.

Besonders interessant ist der Verkauf vor einer neuen Generation, wenn:

  • das eigene Modell bereits mehrere Jahre auf dem Markt ist,
  • ein Nachfolger konkret angekündigt wurde,
  • die neue Generation technisch deutlich moderner wird,
  • das Motorrad stark mit dem neuen Modell konkurriert,
  • oder der eigene Kilometerstand bereits relativ hoch ist.
Wer dagegen sein Motorrad noch mehrere Jahre fahren möchte, muss sich von einer neuen Modellgeneration natürlich nicht verrückt machen lassen.

EICMA und Gebrauchtpreise: Das ist für Verkäufer besonders wichtig

Die EICMA ist deshalb auch für den Gebrauchtmarkt interessant.
Denn die Messe liefert nicht nur einen Ausblick auf die Motorräder der kommenden Jahre. Sie kann auch zeigen, welche Modelle in Zukunft stärker unter Konkurrenz geraten könnten.

Gerade bei beliebten Baureihen lohnt sich deshalb ein Blick auf die Modellhistorie:

  • Kommt ein Facelift?
  • Kommt ein neuer Motor?
  • Wird die Leistung deutlich erhöht?
  • Wird die Ausstattung verbessert?
  • Oder handelt es sich nur um neue Farben und kleinere Änderungen?
Je größer die Veränderung, desto wichtiger kann der Zeitpunkt des Verkaufs werden.
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Was bedeutet das für den Wert meines Motorrads?

Der tatsächliche Wert eines Motorrads hängt natürlich nicht allein vom Baujahr oder von einer neuen Modellgeneration ab.

Auch Kilometerstand, Zustand, Ausstattung, Nachfrage, Saison und regionale Marktsituation spielen eine wichtige Rolle.

Genau deshalb lohnt es sich, nicht einfach vom ursprünglichen Kaufpreis oder von den Preisen vergleichbarer Inserate auszugehen.

Bei estimoto können Motorradbesitzer ihr Motorrad online bewerten lassen und Angebote von Händlern erhalten. Dadurch lässt sich besser einschätzen, welcher Preis aktuell tatsächlich für das eigene Motorrad erreichbar ist.

Unser Tipp: Nicht nur den Listenpreis vergleichen
Wer sein Motorrad verkaufen möchte, sollte drei Werte auseinanderhalten:
  • Neupreis: Was kostet das aktuelle Modell beim Hersteller?
  • Inseratspreis: Für welchen Preis werden vergleichbare gebrauchte Motorräder angeboten?
  • Tatsächlicher Ankaufspreis: Was sind Händler tatsächlich bereit zu zahlen?
Gerade der letzte Punkt ist entscheidend, wenn das Motorrad zeitnah verkauft werden soll.

Fazit: Die EICMA ist auch für Motorradverkäufer interessant

Die EICMA 2026 dürfte wieder zahlreiche neue Motorräder hervorbringen. Von der erwarteten Himalayan 750 bis hin zu möglichen neuen Adventure-, Naked- und Sportmodellen reicht die Bandbreite.

Für Motorradfahrer bedeutet das vor allem eines: mehr Auswahl.

Für Besitzer älterer Modelle kann eine neue Generation dagegen auch eine Veränderung des Gebrauchtwerts bedeuten.

Deshalb gilt: Wer sein Motorrad ohnehin verkaufen möchte, sollte neue Modellgenerationen und EICMA-Premieren im Auge behalten.

Denn manchmal ist nicht der Kilometerstand der entscheidende Faktor für den richtigen Verkaufszeitpunkt – sondern die Frage, wann der Nachfolger auf den Markt kommt.
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