Laut den aktuellen Zahlen des Industrie-Verbands Motorrad Deutschland e.V. (IVM) wächst CFMoto innerhalb der ersten vier Monate des Jahres um beeindruckende 1302 Prozent. Gleichzeitig tauchen gleich mehrere Modelle der Marke in den Verkaufscharts auf — darunter die 450 MT, die 675 SR-R oder die 800 MT.
Was lange als günstige Nischenware aus China galt, entwickelt sich plötzlich zu echter Konkurrenz für etablierte Hersteller wie Honda, Yamaha, Kawasaki oder BMW.Die aktuellen Zahlen zeigen erstmals deutlich, dass chinesische Hersteller nicht mehr nur einzelne Exotenmodelle verkaufen, sondern echte Marktanteile gewinnen.
| Hersteller | ab 01.2026 (4 Monate) | Marktanteil | Änd. % Vorjahr |
|---|---|---|---|
| BMW | 10 088 | 22,29% | +10,5% |
| Kawasaki | 6 773 | 14,96% | +28,0% |
| Honda | 6 423 | 14,19% | −10,3% |
| Yamaha | 2 999 | 6,63% | +31,7% |
| KTM | 2 604 | 5,75% | +169,0% |
| Triumph | 2 535 | 5,60% | −5,6% |
| CFMoto | 2 089 | 4,62% | +1302,0% |
| Ducati | 1 869 | 4,13% | −2,5% |
| Suzuki | 1 607 | 3,55% | +50,0% |
| Harley-Davidson | 1 583 | 3,50% | +46,6% |
* Zahlen des Industrie-Verbands Motorrad Deutschland e.V. (IVM): https://www.ivm-ev.de/
Besonders bemerkenswert: Dieser Erfolg kommt nicht durch ein einzelnes Sondermodell zustande, sondern durch mehrere Motorräder gleichzeitig.
Die Reiseenduro verkauft sich in den ersten vier Monaten 2026 bereits 653 Mal und liegt damit in unmittelbarer Nähe etablierter Modelle von Honda, Yamaha oder BMW.
Genau dort positioniert sich CFMoto sehr geschickt, auch im Vergleich zur neuen BMW F 450 GS.
Denn BMW bringt 2026 erstmals eine kompakte GS-Reiseenduro in dieser Klasse auf den Markt. Die neue F 450 GS startet in Deutschland ab 7.220 Euro und richtet sich gezielt an A2-Fahrer, Einsteiger und Fahrer, die eine leichte Adventure-Maschine suchen.Die CFMoto 450 MT kostet dagegen ab 6.499 Euro und liegt damit deutlich unter vielen europäischen Wettbewerbern.
Damit konkurrieren beide Motorräder praktisch um dieselbe Zielgruppe:Vor allem die 675 SR-R zeigt, dass die Marke inzwischen auch im sportlichen Segment Käufer erreicht. Die vollverkleidete Sportmaschine verkauft sich in den ersten vier Monaten 2026 bereits fast 500 Mal und gehört damit direkt zu den erfolgreicheren Sportmodellen auf dem deutschen Markt.
Auch die 675 NK positioniert sich in einem besonders wichtigen Segment. Naked Bikes gehören seit Jahren zu den beliebtesten Motorradklassen in Deutschland — traditionell dominiert von Herstellern wie Yamaha, Kawasaki oder Honda.Die 800 MT wiederum richtet sich an Fahrer, die eine größere Reiseenduro mit umfangreicher Ausstattung suchen, aber keine fünfstelligen Summen für europäische Premium-Modelle ausgeben möchten.
Denn erfolgreiche Motorradmarken entstehen meist nicht durch ein einzelnes Modell, sondern durch ein attraktives Gesamtportfolio in mehreren wichtigen Fahrzeugklassen.
Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Faktor: Motorräder etablierter Hersteller wurden in den letzten Jahren immer teurer.
Neue Reiseenduros oder Sporttourer kosten heute schnell 15.000 bis 25.000 Euro. Gerade jüngere Fahrer oder Wiedereinsteiger suchen deshalb verstärkt nach günstigeren Alternativen.Und genau hier treffen Marken wie CFMoto oder Voge aktuell einen Nerv.
Genau deshalb ist der aktuelle Erfolg von CFMoto so bemerkenswert.
Denn offenbar sind immer mehr Käufer bereit, chinesischen Herstellern eine Chance zu geben — vor allem dann, wenn Preis, Ausstattung und modernes Design stimmen.
Auch optisch haben viele chinesische Motorräder längst den Anschluss geschafft. Moderne TFT-Displays, hochwertige LED-Technik, Assistenzsysteme oder aggressive Adventure-Designs sorgen dafür, dass viele Modelle inzwischen deutlich hochwertiger wirken als noch vor wenigen Jahren.
Trotzdem bleibt bei vielen Käufern weiterhin eine gewisse Skepsis bestehen:Denn während etablierte Hersteller wie BMW, Honda oder Yamaha seit Jahrzehnten stabile Gebrauchtmärkte besitzen, fehlen für Marken wie CFMoto bislang noch langfristige Erfahrungswerte.
Gerade bei neuen Motorradmarken spielen mehrere Faktoren eine wichtige Rolle:
Allerdings gilt: Je jünger eine Marke auf dem Markt ist, desto schwieriger lässt sich die spätere Wertentwicklung vorhersagen.
Für Käufer bedeutet das: Wer heute ein chinesisches Motorrad kauft, erhält oft viel Ausstattung fürs Geld — geht beim späteren Wiederverkauf aber möglicherweise noch ein etwas höheres Risiko ein als bei etablierten Marken.Die Entwicklung erinnert dabei durchaus an den Automarkt: Auch dort wurden chinesische Hersteller lange unterschätzt — bevor sie plötzlich ernsthafte Konkurrenz wurden.
Natürlich bleibt abzuwarten, ob sich der aktuelle Trend dauerhaft fortsetzt. Themen wie Langzeitqualität, Werkstattnetz oder Wiederverkaufswerte werden für viele Käufer weiterhin entscheidend bleiben.Doch eines zeigen die Zulassungszahlen bereits jetzt sehr deutlich: China-Motorräder sind auf dem deutschen Markt angekommen.
Und Hersteller wie CFMoto könnten den Motorradmarkt in den kommenden Jahren deutlich stärker verändern, als viele bisher erwartet hätten.