In diesem Ratgeber erfährst du:
In diesem Fall hilft es, sich selbst ein paar grundlegende Fragen zu stellen: Wie und wo wirst du hauptsächlich fahren? Kurzstrecken und Stadtverkehr stellen andere Anforderungen als lange Touren oder regelmäßige Autobahnetappen. Auch Leistung, Sitzposition, Gewicht und Ausstattung spielen eine Rolle. Moderne Motorräder bieten inzwischen eine Vielzahl an Assistenzsystemen, die den Fahrkomfort und die Sicherheit deutlich erhöhen können.
Notiere dir vorab ein paar Eckdaten, zum Beispiel:
Verläuft das Gespräch positiv und bleiben keine größeren Zweifel, ist der nächste Schritt die Besichtigung vor Ort – idealerweise inklusive Probefahrt.
Während der Verkäufer dir das Motorrad erklärt, ist es wichtig, Fakten von Meinungen zu trennen. Aussagen über:
Entscheidend ist, wie das Motorrad heute dasteht – nicht, was theoretisch möglich wäre.
Technisch solltest du unter anderem auf den Zustand der Reifen, der Bremsen, der Kette und der Elektrik achten. Auch der Motorstart gibt erste Hinweise: Springt das Motorrad problemlos an und läuft ruhig, ist das ein gutes Zeichen. Kleine Mängel sind nicht automatisch ein Ausschlusskriterium, können aber später bei der Preisverhandlung eine Rolle spielen.
Auch die Bremsscheiben selbst verdienen Aufmerksamkeit: Riefen, ein ausgeprägter Rand oder Verfärbungen können auf hohen Verschleiß hindeuten und sollten in deine Bewertung mit einfließen.
Keiner dieser Punkte muss zwangsläufig ein Ausschlusskriterium sein. In der Summe ergeben sie jedoch ein klares Bild vom Pflegezustand des Motorrads – und liefern dir gleichzeitig wertvolle Argumente für eine realistische Preisverhandlung.
Dann steht der nächsten Saison auf zwei Rädern nichts mehr im Weg.
Neben dem allgemeinen Zustand sind vor allem Wartungshistorie, Unfälle oder Umfaller, der Zustand von Verschleißteilen und eine transparente Kommunikation des Verkäufers entscheidend. Ein gepflegtes Motorrad mit höherer Laufleistung ist oft die bessere Wahl als eine wenig gefahrene, aber schlecht gewartete Maschine.
Eine Probefahrt ist rechtlich nicht vorgeschrieben, wird aber dringend empfohlen. Nur so kannst du beurteilen, ob Fahrverhalten, Sitzposition und Leistung wirklich zu dir passen. Kläre vorab, wie das Motorrad während der Probefahrt versichert ist.
In der Regel greift die Haftpflichtversicherung des Motorrads. Bei Schäden am Fahrzeug kann es jedoch zu Selbstbeteiligungen kommen. Deshalb solltest du dieses Thema vor der Probefahrt offen mit dem Verkäufer besprechen und eine Vereinbarung abschließen.
Beim Händler profitierst du von gesetzlicher Gewährleistung und oft einem geprüften Fahrzeug. Der Privatkauf ist meist günstiger, erfordert aber mehr Eigenverantwortung und eine genauere Prüfung des Zustands und der Papiere des Motorrads.
Meist nicht. Zubehör ist oft Geschmackssache und erhöht den Marktwert nur selten. Wichtig ist, dass alle Anbauteile über eine ABE verfügen oder eingetragen sind, sonst kann es Probleme bei der Zulassung oder HU geben.
Neben dem Kaufpreis solltest du Versicherung, Kfz-Steuer, Wartung, Verschleißteile und gegebenenfalls neue Reifen einplanen. Diese Folgekosten werden beim Kauf oft unterschätzt.
Beim Kauf von einem Händler im Fernabsatz besteht in der Regel ein Widerrufsrecht. Beim Privatkauf gilt das nicht. Prüfe hier unbedingt die Vertragsbedingungen des Händlers oder der Plattform, über die der Kauf erfolgt.