KTM 2026: Kommt nach der Krise jetzt das Comeback?
Robert
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27 MAI, 2026
|
4 min read
KTM Neuzulassungen Deutschland 2026: Infografik zum Marktanteil und Comeback nach der Krise
Noch vor einem Jahr stand KTM massiv unter Druck. Sinkende Verkaufszahlen, hohe Lagerbestände, Restrukturierungsmaßnahmen und Unsicherheit rund um die Zukunft der Pierer Mobility Group sorgten dafür, dass viele Beobachter bereits über eine langfristige Schwächung der Marke spekulierten.
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Doch die aktuellen Zahlen für 2026 zeigen ein anderes Bild: KTM wächst wieder deutlich – sowohl international als auch auf dem deutschen Markt. Die entscheidende Frage lautet allerdings: Handelt es sich bereits um ein echtes Comeback oder lediglich um eine Erholung nach einem historischen Einbruch?

KTM meldet starke Zahlen für Q1 2026

Die inzwischen in Bajaj Mobility AG umbenannte ehemalige Pierer Mobility Group meldete für das erste Quartal 2026 eine deutliche operative Verbesserung. Besonders die Motorradverkäufe der Marken KTM, Husqvarna und GASGAS entwickelten sich positiv.

Zu den wichtigsten Kennzahlen gehören:

  • Umsatzwachstum von +70,2 % auf 331,3 Millionen Euro
  • Motorradverkäufe steigen um +125,1 %
  • Positives EBITDA von 5,5 Millionen Euro
  • Erfolgreiche Refinanzierung über 550 Millionen Euro
  • Weitere Reduzierung der weltweiten Lagerbestände
Damit sendet KTM erstmals seit Beginn der Krise wieder klare Signale der Stabilisierung.

Der deutsche Markt zeigt ebenfalls eine deutliche Erholung

Besonders spannend wird die Entwicklung beim Blick auf die deutschen Zulassungszahlen. Denn hier lässt sich die Krise der vergangenen Jahre sehr deutlich nachvollziehen.

KTM in Deutschland: Die Entwicklung in den Monaten Januar-April seit 2023*

JahrZulassungen (Jan–Apr)MarktanteilVeränderung
20234.3688,61 %
20245.2059,73 %+19,2 %
20259682,72 %-81,4 %
20262.6045,75 %+169,0 %

* Quelle: Zahlen des Industrie Verbandes Motorrad Deutschland e.V.: https://www.ivm-ev.de/

Die Zahlen zeigen deutlich: 2025 war für KTM auf dem deutschen Markt ein Ausnahmejahr nach unten. Während der Gesamtmarkt im selben Zeitraum um 33,5 % zurückging, brachen die KTM-Neuzulassungen um mehr als 81 % ein.

Der massive Rückgang dürfte dabei nicht nur auf die allgemeine Marktschwäche zurückzuführen sein. Vielmehr wirkten sich offenbar auch die internen Probleme des Konzerns, hohe Lagerbestände, Unsicherheiten im Handel und die Restrukturierung direkt auf die Nachfrage aus.

2026: KTM wächst deutlich schneller als der Markt

Die aktuellen Zahlen zeigen nun jedoch eine klare Gegenbewegung.

Der deutsche Gesamtmarkt wächst in den ersten vier Monaten 2026 um starke 27,3 %. KTM legt im selben Zeitraum jedoch um 169 % zu und wächst damit deutlich über Markt.

Trotzdem lohnt sich ein genauer Blick auf die Einordnung der Zahlen.

Denn obwohl KTM wieder deutlich zulegt, liegt die Marke weiterhin klar unter dem Niveau von 2024. Damals erreichte KTM allein in den ersten vier Monaten noch über 5.200 Neuzulassungen und einen Marktanteil von fast 10 %.

2026 liegt KTM dagegen bei:
  • 2.604 Zulassungen
  • 5,75 % Marktanteil
Von einer vollständigen Rückkehr zur alten Stärke kann also noch keine Rede sein.

BMW bleibt dominant – neue Konkurrenz wächst

Die aktuellen Zahlen zeigen außerdem, dass sich der Motorradmarkt insgesamt verändert hat.

Marktführer Deutschland 2026 (Januar–April)

HerstellerZulassungenMarktanteil
BMW10.08822,29 %
Kawasaki6.77314,96 %
Honda6.42314,19 %
Yamaha2.9996,63 %
KTM2.6045,75 %

* Quelle: Zahlen des Industrie Verbandes Motorrad Deutschland e.V.: https://www.ivm-ev.de/

Besonders BMW bleibt weiterhin extrem stark und dominiert den deutschen Markt klar.

Auffällig ist zudem die Entwicklung neuer Wettbewerber wie CF Moto. Der chinesische Hersteller wächst 2026 um über 1.300 % und gewinnt zunehmend Marktanteile im preisorientierten Segment. Das erhöht den Druck auf etablierte europäische Hersteller zusätzlich.

Warum sich KTM aktuell stabilisiert

Mehrere Faktoren dürften zur aktuellen Erholung beitragen:

1. Restrukturierung zeigt Wirkung

KTM hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Maßnahmen umgesetzt:
  • Fokus auf das Kerngeschäft Motorrad
  • Abbau organisatorischer Komplexität
  • Stellenabbau im Verwaltungsbereich
  • Straffung des Produktportfolios
Die positiven EBITDA-Zahlen deuten darauf hin, dass diese Maßnahmen zumindest operativ Wirkung zeigen.

2. Finanzierung gesichert

Ein wichtiger Schritt war die erfolgreiche Refinanzierung von 550 Millionen Euro Anfang 2026. Dadurch konnte KTM bestehende Restrukturierungskredite ablösen und die finanzielle Basis stabilisieren.

3. Lagerbestände sinken

In den vergangenen Jahren galt insbesondere die hohe Zahl unverkaufter Motorräder als großes Problem. Laut Unternehmen wurden die weltweiten Bestände inzwischen deutlich reduziert.

4. Motorsport bleibt wichtig für die Marke

Auch sportlich läuft es für KTM aktuell erfolgreich:
  • Dakar-Sieg 2026
  • Führungen in MXGP und MX2
  • Weitere Titel für Husqvarna im SuperEnduro
KTM Motocross-Rennen in der MXGP Rennserie als wichtiger Teil der Motorsport-Marketing-Strategie
MXGP bleibt ein wichtiger Bestandteil der KTM-Strategie: Trotz Restrukturierung setzt der Hersteller weiterhin stark auf Motorsport und internationale Rennserien.
Gerade für KTM spielt die Motorsport-Präsenz weiterhin eine zentrale Rolle für Markenimage und Kundenbindung.

Ist die KTM-Krise damit vorbei?

Ganz so einfach ist es nicht. Die aktuellen Zahlen zeigen zwar eine klare operative Stabilisierung, gleichzeitig bleibt die Situation aber fragil:
  • KTM liegt weiterhin deutlich unter dem Niveau von 2024
  • Der Marktanteil hat sich gegenüber der Zeit vor der Krise fast halbiert
  • Die Restrukturierung läuft noch
  • Weitere Stellenstreichungen sind bereits angekündigt
  • Der Motorradmarkt bleibt konjunkturabhängig
Hinzu kommt: Ein Teil des starken Wachstums 2026 erklärt sich auch durch die extrem schwache Vergleichsbasis des Vorjahres.

Die kommenden Quartale dürften daher entscheidend werden. Erst wenn KTM nachhaltig Marktanteile zurückgewinnen kann und gleichzeitig profitabel bleibt, dürfte sich von einem echten Comeback sprechen lassen.

Fazit: KTM ist zurück im Markt – aber noch nicht zurück zur alten Stärke

Die Zahlen aus Deutschland zeigen klar: KTM hat sich 2026 deutlich stabilisiert. Nach dem historischen Einbruch 2025 wachsen die Zulassungen wieder massiv und deutlich stärker als der Gesamtmarkt.

Trotzdem bleibt die Marke aktuell noch weit von der Position entfernt, die sie vor der Krise innehatte.

Für KTM wird 2026 deshalb vor allem ein Jahr der Konsolidierung. Die Richtung stimmt wieder – ob daraus langfristig ein nachhaltiges Comeback entsteht, dürfte sich allerdings erst in den kommenden Quartalen zeigen.
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