Kurz zusammengefasst:
Der Motorradführerschein wird über eine Fahrschule erworben und besteht aus einer theoretischen und einer praktischen Ausbildung, die jeweils mit einer Prüfung abgeschlossen werden. Je nach Führerscheinklasse, Vorbesitz und Alter unterscheiden sich Dauer, Kosten und Anforderungen jedoch deutlich.Für Motorradfahrer sind vor allem die Klassen AM, A1, A2 und A relevant.
Die Klasse AM berechtigt zum Fahren von Rollern und Mopeds bis 50 cm³ Hubraum und einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h. Das Mindestalter für die Klasse AM beträgt 16 Jahre. Innerhalb Deutschlands ist jedoch eine Sonderregelung möglich, die das Fahren bereits ab 15 Jahren erlaubt. Wer einen Autoführerschein (Klasse B) besitzt, hat die Klasse AM automatisch eingeschlossen.
Mit der Klasse A1 darfst du Leichtkrafträder mit bis zu 125 cm³ Hubraum und einer Motorleistung von maximal 11 kW (15 PS) fahren. Zusätzlich gilt ein Leistungsgewicht von höchstens 0,1 kW pro Kilogramm. Dreirädrige Kraftfahrzeuge dürfen bis zu 15 kW leisten. Der A1-Führerschein kann bereits ab 16 Jahren erworben werden und ist besonders bei Einsteigern und Pendlern beliebt.
Die Klasse A ist der offene Motorradführerschein. Mit ihr darfst du alle Motorräder ohne Leistungs- oder Hubraumbeschränkung fahren. Es gibt zwei Wege zum Erwerb:
Die Fahrerschulung umfasst neun Unterrichtseinheiten à 90 Minuten – sechs Einheiten Theorie sowie praktische Fahrstunden mit insgesamt 7,5 Zeitstunden. Eine Prüfung ist nicht erforderlich. Die Berechtigung wird als Schlüsselzahl 196 in den Führerschein eingetragen und gilt ausschließlich in Deutschland. Im Ausland ist B196 nicht anerkannt.
Alternativ kannst du dich für den Direkteinstieg entscheiden. Dieser ist ab 24 Jahren möglich und setzt eine vollständige theoretische und praktische Ausbildung inklusive beider Prüfungen voraus. Die praktische Prüfung muss dabei auf einem Motorrad mit mindestens 44 kW Motorleistung abgelegt werden.
Am Anfang steht die Wahl einer geeigneten Fahrschule. Empfehlenswert sind Fahrschulen mit moderner Motorradflotte, erfahrenen Fahrlehrern und guten Bewertungen. Nach der Anmeldung beginnt die theoretische Ausbildung.
Der Theorieunterricht umfasst mindestens zwölf Doppelstunden Grundstoff sowie vier Doppelstunden motorradspezifischen Unterricht. Wer bereits einen Autoführerschein besitzt, muss nur sechs Grundstunden absolvieren. Ziel ist es, Verkehrsregeln sicher zu beherrschen, denn beim Motorradfahren liegt der Fokus stark auf der Fahrzeugkontrolle.
Die theoretische Prüfung findet bei TÜV oder DEKRA statt. Viele Fahrschulen bieten vorab interne Testprüfungen an, um den Lernstand realistisch einzuschätzen.
Gesetzlich vorgeschrieben sind Sonderfahrten: fünf Überlandfahrten, vier Autobahnfahrten und drei Nachtfahrten. Insgesamt benötigen Fahrschüler durchschnittlich zwischen 20 und 30 Fahrstunden.
Die praktische Prüfung dauert etwa 60 Minuten. Der Prüfer folgt im Auto, während der Fahrlehrer per Funk mit dir verbunden ist. Bewertet werden Fahrpraxis, Fahrzeugbeherrschung, Blickführung und vorausschauendes Fahren.
| Kostenübersicht | Mindestens | Maximal |
|---|---|---|
| Sehtest | 0 € | 10 € |
| Erste-Hilfe-Kurs | 40 € | 70 € |
| Biometrische Passbilder | 7 € | 25 € |
| Ausstellung Führerschein | 35 € | 60 € |
| Anmeldegebühr Fahrschule | 300 € | 600 € |
| Lernunterlagen | 0 € | 80 € |
| Theorieunterricht | In der Anmeldegebühr der Fahrschule enthalten | |
| Fahrstunden | 50 € x 8 = 400 € | 85 € x 12 = 1020 € |
| Sonderfahrten | 60 € x 12 = 1200 € | 100 € x 18 = 1800 € |
| Theorieprüfung | 22 € | 25 € |
| Praktische Prüfung | 120 € | 170 € |
| Summe | 2.124 € | 3.860 € |
Während der Probezeit führen sogenannte A-Verstöße, etwa Alkohol am Steuer oder grobe Verkehrsverstöße, zu einer Verlängerung der Probezeit auf vier Jahre und der verpflichtenden Teilnahme an einem Aufbauseminar.
Je nach Verfügbarkeit der Fahrschule und Bearbeitungszeit der Behörden zwischen zwei und sechs Monaten.
Unter 24 Jahren bleibt nur der A2-Weg. Ab 24 kann der Direkteinstieg günstiger sein, da der Aufstieg entfällt.
Für die praktische Prüfung ist vollständige Schutzkleidung Pflicht. Dazu gehören Motorradhelm, Handschuhe, Motorradjacke, -hose sowie feste Stiefel mit Knöchelschutz. Ohne vollständige Ausrüstung darf die Prüfung nicht angetreten werden.
Es gibt keine feste Begrenzung, jede Wiederholung kostet jedoch Zeit und Geld.
Die Anforderungen an Fahrzeugbeherrschung sind höher, dafür ist der Theorieumfang etwas geringer.