Motorräder für den Verkauf richtig fotografieren

Aussagekräftige Verkaufsfotos von Motorrädern helfen potentiellen Käufern, die Maschine richtig zu beurteilen. Im Idealfall kann der Käufer schon anhand der Fotos im Internet eine Entscheidung treffen. Verkaufsfotos von Motorrädern müssen daher neutral und realitätsgetreu, aber ansprechend gestaltet werden. Filter oder künstlerisch aufwändig gestaltete Aufnahmen sind hier fehl am Platz. Es empfiehlt sich, online so viele Bilder wie möglich einzustellen (nochmal, der Käufer sollte anhand der Fotos eine Entscheidung treffen können).

Ein Foto des km-Standes darf nicht fehlen

Es ist dabei völlig egal, welche Kamera Du dafür verwendest. Ob Du ein Smartphone, eine Kompaktkamera oder eine große Spiegelreflexkamera benutzt ist unwichtig, mit all diesen Kameras kannst Du wunderbare Verkaufsfotos von Deinem Motorrad erstellen.

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Marke
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Modell

Modell Die umgangssprachliche Handelsbezeichnung ( z.B. CBR 600F, R 1200GS oder XL 1200 Sportster). Falls Sie diese nicht kennen, schauen Sie in die Zulassungsbescheinigung Teil I Feld D3 oder die Bedienungsanleitung

Modell help_outline

Allgemeiner Zustand


Neuwertiger Zustand
Keine Mängel, Beschädigungen oder Gebrauchsspuren an der Optik und an der Technik.

Ein Fahrzeug, auf das man begeistert zugeht und bei dem man auch bei sehr genauer Prüfung keine Mikrokratzer oder andere Abnutzungserscheinungen feststellen kann. Die Basis für diese Bewertung ist der Zustand bei Erstauslieferung, d.h. der ehemalige Neuzustand des entsprechenden Herstellers.
Sehr gut
Mängelfrei, aber mit minimalen Gebrauchsspuren. Technisch und optisch einwandfrei mit sehr geringen Verschleiß, die man nur bei genauem Prüfen erkennen kann.

Ein Fahrzeug, auf das man begeistert zugeht, aber an dem man nur bei näherer Betrachtung ganz leichte Gebrauchsspuren finden kann. Diese minimalen Gebrauchsspuren sollten sich in der nachvollziehbaren, geringen Gesamtlaufleistung widerspiegeln. Entsprechend niedrig ist auch der Verschleißgrad der Technik.
Leichte Gebrauchsspuren
Fahrzeuge ohne größere optische Mängel, aber mit Gebrauchsspuren wie z.B. Mikro- Kratzern im Lack oder leichtem Abrieb an Sitzflächen oder Gummiteilen.

Ein Fahrzeug, auf das man zugeht und bei näherer Betrachtung unschwer Gebrauchsspuren und diverse kleinere Mängel erkennt. Die Gebrauchsspuren und Mängel sollten sich in der nachvollziehbaren Gesamtlaufleistung widerspiegeln.
Pflegebedürftig
Das Fahrzeug hat schon deutliche Abnutzungserscheinungen, stärkere Gebrauchsspuren oder leichte optische Schäden. Unter Umständen auch Korrosions- und Lackmängel durch Witterungsverhältnisse.

Ein Fahrzeug, auf das man zugeht und bei dem diverse Mängel aus der Entfernung erkennbar sind. Eine nähere Inaugenscheinnahme zeigt weitere Verschleißspuren
Mangelhaft
Fahrzeuge in schlechtem Gesamtzustand. Umfangreiche optische Mängel sind aus der Entfernung selbst für Laien unschwer zu erkenne. Fahrzeuge, die nicht zwingend komplett sind.

Ein Fahrzeug, bei dem selbst der Laie sofort deutliche Mängel und/oder Fehlteile erkennt.
Verunfallt / beschädigt
Nicht fahrbereite Motorräder, die durch Unfälle oder technische Schäden wie z.B. Motorschäden oder andere Defekte nicht mehr nutzbar sind. Im weiteren Sinne gehören auch Schrott bzw. Bastlerfahrzeug zur Ersatzteilgewinnung sowie wirtschaftliche Totalschäden dazu. (Fahrzeuge bei denen eine Aufbereitung bzw. Reparatur unwirtschaftlich ist)

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Und so geht es: Reinige zuerst die Maschine gründlich, denn ein geputztes Motorrad zeigt dem Käufer direkt, dass es gepflegt und beim aktuellen Besitzer in guten Händen ist. Es lohnt sich, den Lack noch einmal frisch zu polieren. Dies wirkt auf den Fotos besser und sorgt bei der späteren Besichtigung der Maschine vor Ort beim Käufer für einen "Wow-Moment".

Ideal: Die Maschine hebt sich gut vom Hintergrund ab. Es war ein bewölkter Tag, an welchem die Maschine vom Tageslicht gleichmäßig ausgeleuchtet wurde.

Als nächstes musst Du überlegen, an welchem Ort Du die Aufnahmen machen möchtest. Der Hintergrund sollte einigermaßen „ruhig“ sein und nicht vom Star der Aufnahme (Deinem Motorrad) ablenken. Oft machen Verkäufer die Fotos dort, wo das Motorrad auch sonst immer abgestellt ist, z.B. vor der Haustür oder der Garage. Das ist prinzipiell in Ordnung, sofern nicht im Hintergrund noch parkende Autos, Fußgänger, Verkehrsschilder oder eine Mülltonne zu sehen sind. Es lohnt sich oftmals, die Maschine ein paar Meter zu bewegen, um sie z.B. vor einer Wand zu fotografieren oder einem geschlossenen Garagentor. Aber auch andere Orte wie Wege, Höfe oder Parkplätze können sich gut für Verkaufsfotos eignen. Wichtig ist einzig und allein, dass der Hintergrund frei von störenden Objekten ist.

So ein Hintergrund funktioniert auch. Es kommt einzig und allein darauf an, dass sich das Motorrad vernünftig vom Hintergrund abhebt.

Licht die wichtigste Komponente beim Fotografieren (das Wort „Fotografie“ bedeutet übrigens „malen mit Licht“). Während in der klassischen Motorradfotografie mit Licht und Schatten gespielt wird, um bestimmte Effekte und Looks zu kreieren, empfiehlt sich für Verkaufsfotos eher ein gleichmäßiges Licht. Ideal sind z.B. bewölkte Tage, weil hier keine harten Schatten wie im prallen Sonnenschein entstehen. Wenn es ein sonniger Tag ohne Wolken ist, empfiehlt sich eine Stelle, die im Schatten liegt, bspw. die der Sonne abgewandte Seite eines Gebäudes.

Keine gute Darstellung: Das Motorrad ist vorne und hinten abgeschnitten, im Hintergrund stehen Leute, die Kamera ist nach unten geneigt. So nicht.

Stelle das Motorrad so aufrecht wie möglich hin. Nutze den Hauptständer (falls vorhanden) oder einen Montageständer. Auf dem Seitenständer neigt sich die Maschine entweder zur Kamera hin oder von ihr weg, bei manchen Maschinen sehen die Seitenaufnahmen dann nicht so gut aus, weil sich das Motorrad zur Kamera hin oder von ihr weg neigt. Probiere es einfach aus und lege im Zweifelsfall einen flachen Stein oder Holzklotz unter den Seitenständer (Achte dabei unbedingt auf einen sicheren Stand).



Jetzt geht es los, nimm die Kamera in die Hand. Beim Fotografieren selbst sind im Grunde nur zwei Dinge wichtig: Erstens: Nutze vorwiegend das Querformat. Denn ein Motorrad ist in der Regel breiter als hoch, und das sollte das Format wiederspiegeln. Ausnahme: Front- und Heckaufnahmen. Die Schmale Silhouette der Maschine ist besser im Hochkantformat abgebildet.

Erwähnenswerte Extras wie dieser Akrapovic-Auspuff sind ein eigenes Foto wert.

Zweitens: Fotografiere maximal auf Tankhöhe! So begegnest Du der Maschine „auf Augenhöhe“ und zeigst sie (von der Perspektive her) so, wie sie z.B. auch auf den Fotos von Motorradherstellern abgebildet sind. Eine niedrige Aufnahmeperspektive ist also für die meisten Motorradfotos vorteilhaft. Mache einmal einen Versuch: Stelle Dich vor Deine Maschine, mache ein Foto aus dem Stand und gehe dann in die Hocke. Du wirst sehen, dass sich die Bildwirkung dramatisch verändert.



Was soll alles fotografiert werden? Beginne am besten mit den Seitenansichten links/rechts sowie einer Frontal- und einer Heckaufnahme. Dann mache ein paar Detailfotos von erwähnenswertem Zubehör, aber auch von Beschädigungen. Leitlinie: Zeige alles, was Dich persönlich bei einem Motorradkauf interessieren würde = Zeige das Motorrad von seiner besten Seite, verheimliche aber nicht seine Schwächen. Der Käufer möchte also den schicken Sportauspuff, die LED-Blinker, die teure Fußrastenanlage sehen. Aber verschweige nicht die Kratzer am Kupplungsdeckel oder das angerissene Verkleidungselement. Auch den Zustand der Reifen und Bremsbeläge kannst Du mit einem Foto dokumentieren. Stecke z.B. eine Münze in eine Reifenrille, um die verbleibende Profiltiefe anzuzeigen. Der Käufer muss erkennen können, ob die Maschine in einem gepflegten Zustand ist. Da "gepflegt" ein sehr subjektiver Begriff ist, kanst Du das mit Fotos untermauern. Fotografiere z.B. auch den Krümmerbereich und die hintere Felge samt Kettensatz, das hilft dem Käufer ungemein bei der Beurteilung Deiner Maschine.

Wie würdet ihr den Pflegezustand dieser Maschine beurteilen?
Für die Front- und Heckansicht bietet sich ausnahmsweise das Hochformat an.

Zum Schluss noch ein kleines Fallbeispiel, wie Du in nur wenigen Schritten zu besseren Fotos von Deinem Motorrad kommst:

Durch das Hochformat wird viel Platz verschenkt. Die Maschine kommt überhaupt nicht zur Geltung
Im Querformat ist die Maschine nicht mehr abgeschnitten. Aber durch die nach unten gerichtete Perspektive geht viel an Wirkung verloren.
Gleiche Position, aufgenommen aus der Hocke. Das Motorrad kommt nun viel besser zur Geltung. Aber die anderen Motorräder im Hintergrund stören noch etwas.
Die Maschine wurde ein paar Meter nach hinten geschoben, um keine störenden Objekte mehr im Hintergrund zu haben. Dieses Bild präsentiert die Maschine ansprechende. Die Aufnahme ist mit dem Smartphone ohne weitere Hilfsmittel entstanden.

Zusammenfassung

  • Motorrad gründlich reinigen, ggf. polieren.
  • Wählen Sie einen ruhigen Hintergrund (z. B. eine Wand oder ein geschlossenes Garagentor).
  • Fotografieren Sie im Schatten oder an einem wolkigen Tag und vermeiden Sie direktes Sonnenlicht
  • Stellen Sie das Motorrad so aufrecht wie möglich ab (legen Sie ggf. etwas unter den Seitenständer).
  • Verwenden Sie das Querformat
  • Machen Sie Bilder auf Tankhöhe und gehen Sie für die Fotos in die Hocke!
  • Zeigen Sie alles, was für den Verkauf wichtig ist. Die guten Seiten (Zubehör), aber auch die weniger guten (Beschädigung, Rost) (siehe Checkliste)

Checkliste der wichtigsten Fotos für den Verkauf eines Motorrades

  • Linke Seitenansicht
  • Rechte Seitenansicht
  • Frontansicht
  • Rückansicht
  • Foto des Cockpits inklusive Gesamtkilometerstand
  • nachgerüstetes Zubehör (Auspuff, LED-Anzeigen, Glaskupplungsdeckel, Fußstützen-System)
  • Profiltiefe (Messen oder Einfügen einer Cent-Münze in das Profil auf dem Foto)
  • Bremsscheiben und Bremsbeläge
  • Krümmer
  • Felgen- und Kettensatz hinten
  • Schäden, die über normale Gebrauchsspuren hinausgehen (z. B. Rostflecken, Dellen, Kratzer, Risse). Je ehrlicher Sie hier sind, desto reibungsloser wird der Verkauf!
  • Serviceheft mit gestempelten Inspektionen oder Wartungsrechnungen
  • ABE für Zubehörteile