Motorrad transportieren: Tipps & RatschlÀge

GlĂŒckwunsch! Du hast dich fĂŒr ein neues Motorrad entschieden und bei einem passenden Anbieter ein Bike entdeckt, das genau deinen WĂŒnschen entspricht. Alles scheint ideal, wenn da nicht das Transportproblem wĂ€re – dein Wohnort und der des Anbieters liegen 600 km auseinander!

Wie kommt dein neues Motorrad jetzt schnell und ohne Schaden zu dir? Es gibt mehrere Möglichkeiten, MotorrĂ€der sicher und zĂŒgig von A nach B zu transportieren.

In diesem Artikel zeigen wir dir, mit welchen Optionen du dein Motorrad transportieren kannst und was es dabei sonst noch zu beachten gibt.

Die besten Möglichkeiten, ein Motorrad zu transportieren

ÜberfĂŒhrung auf RĂ€dern: Bei kurzen Strecken liegt es nahe, ein Motorrad zu ÜberfĂŒhrungszwecken selbst zu fahren. Allerdings muss das Fahrzeug hierfĂŒr angemeldet und in einem verkehrssicheren Zustand (gĂŒltige HU) sein. Auch muss der VerkĂ€ufer damit einverstanden sein, dass du mit seiner Zulassung fĂ€hrst.

Wenn du selber fahren möchtest, brauchst du natĂŒrlich ein rotes oder gelbes ÜberfĂŒhrungskennzeichen. Sollte aber wĂ€hrend dieser Fahrt Schaden am Fahrzeug entstehen, gibt das unweigerlich Probleme.
Es gibt noch mehr zu bedenken: Da sich die ÜberfĂŒhrung nicht spontan planen lĂ€sst, kann die Fahrt bei schlechtem Wetter unangenehm werden. Auch ist ab Wohnort eine zweite Person, mit der du zum vereinbarten Treffpunkt fĂ€hrst, ebenfalls fĂŒr Stunden blockiert. Solltest du keine zweite Person als “Fahrer” finden, besteht natĂŒrlich auch die Möglichkeit mit der Bahn ans Ziel zu kommen. Achtung: Sollte der Kauf nicht zustande kommen, wĂŒrde das bedeuten, dass du auch wieder mit der Bahn zurĂŒck fahren musst.

Du solltest deine FahrfĂ€higkeiten richtig einschĂ€tzen können und dir zutrauen, eine unbekannte Strecke mit einem neuen Motorrad zurĂŒckzulegen. Die meisten Motorradfahrer möchten ein neues Fahrzeug erst einmal in einer ihnen bekannten Umgebung testen.

Mit AnhĂ€nger oder Transporter selbst fahren: NatĂŒrlich lĂ€sst sich der Motorrad-Transport auch gut mit einem AnhĂ€nger realisieren, wenn du ein Auto mit AnhĂ€ngerkupplung besitzt. Alternativ kannst du einen Kleintransporter ausleihen wie zum Beispiel:

  • Mercedes-Benz Sprinter
  • VW T4, T5, T6, Caravelle und Multivan
  • VW Crafter
  • Renault Trafic
  • Iveco Daily
  • Ford Transit

Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Transport geht schnell ĂŒber die BĂŒhne, du bist unabhĂ€ngig und du kannst das Motorrad direkt in Augenschein nehmen. Allerdings musst du fĂŒr den Transport des Motorrads mit AnhĂ€nger relativ viel Zeit veranschlagen. In der Regel ist es auch teurer (Mit dem Mietpreis des Transporters und dem benötigten Sprit werden schnell 100 Euro und mehr fĂ€llig) und sollte ein Schaden am Fahrzeug entstehen, haftest du dafĂŒr.

Tipp: Bei der Wahl des Transportmittels ist es wichtig auf Haltepunkte im Transporter oder am AnhÀnger zu achten und die richtigen Gurte, sowie eine passende Rampe auszuwÀhlen.

Gute Motorrad Spanngurte dĂŒrfen nicht zu breit sein, mĂŒssen aber trotzdem eine ausreichende Zugkraft besitzen.

Motorradspedition vs. Transportbörse: Bei einer Motorradspedition ist dein Motorrad in besten HĂ€nden, denn hier arbeiten Profis. Sie kennen sich mit dem Motorrad-Transport aus und sichern dein Motorrad fachgerecht. Der Transport bei einer Motorradspedition bietet dir in aller Regel einen deutlich besseren Service als eine herkömmliche Spedition. Eine Motorradspedition hat sich auf den Transport von MotorrĂ€dern spezialisiert und weiß genau, wie dein Motorrad sicher und ohne BeschĂ€digungen ans Ziel kommt. Eventuell musst du dafĂŒr ein wenig mehr investieren, dafĂŒr kannst du wĂ€hrend des gesamten Transportvorgangs sicher sein, dass dein Motorrad in guten HĂ€nden ist.

Ein Nachteil beim Transport mit einer Motorradspedition könnte die Auftragslage sein, die zu lĂ€ngeren Wartezeiten fĂŒhrt. Bei einer herkömmlichen Spedition musst du dafĂŒr genau nachfragen welche Dienstleistung du tatsĂ€chlich kaufst.

Du findest geeignete Speditionen im Branchenverzeichnis, kannst aber auch ĂŒber eine allgemeine Transportbörse einen Dienstleister suchen. Dort erwarten dich in der Regel gĂŒnstigere Preise. Die Nachteile sollten nicht unerwĂ€hnt bleiben: Du weißt nicht genau, welchen Fahrer die Spedition schickt und es ist möglich, dass das Fahrzeug unprofessionell verladen wird. Auch der Transporter selbst kann ungeeignet sein und bereits mit sperrigen Dingen gefĂŒllt sein, so dass dein neues Motorrad hier nicht immer sicher steht. Beispiele fĂŒr Transportbörsen sind: pamyra.de, saloodo.com, eurotransport.de oder iloxx.de
Bei einer spezialisierten Motorradspedition können wir hier unseren Partner Spedimoto empfehlen. Dort werden auschließlich ZweirĂ€der transportiert. Man finden aber auch noch einige weitere Firmen wie 2radtransporte, movemoto oder paeselt-transporte.

Wieviel kostet der Transport eines Motorrades?

Je nach Entfernung und GrĂ¶ĂŸe des Motorrades kostet ein Transport zwischen 180 und 320 €. FĂŒr eine Strecke von 200 km solltest du fĂŒr ein Motorrad bis 210 kg ca. 160 € veranschlagen.

Die Versandkosten mit der Spedition betragen fĂŒr die Strecke von Berlin nach MĂŒnchen ca. 230 €, allerdings variieren die Preise von Anbieter zu Anbieter.

Motorrad auf AnhÀnger transportieren - auf die richtige Sicherung kommt es an

Wenn du eine Motorradwippe besitzt, kannst du das Motorrad sicher transportieren. Du parkst das Bike mit dem Vorderrad im Klemm-System. Klemmsystem und Rahmen sorgen dafĂŒr, dass es gerade und sicher stehen bleibt.

Ein Motorrad TransportstÀnder ist nicht zwingend erforderlich, vereinfacht jedoch die Ladungssicherung.

Es gibt verschiedene Arten von Motorrad-TransportstĂ€ndern, die die unterschiedlichen Reifenbreiten berĂŒcksichtigen. In jedem Fall musst du dein Motorrad im Transporter oder auf dem AnhĂ€nger sehr gut verzurren. Wird das Motorrad auf einem HĂ€nger transportiert, betrĂ€gt die Höchstgeschwindigkeit 80 km/h (in manchen FĂ€llen sind auch 100 km/h möglich. Dies hĂ€ngt von der Zulassung des AnhĂ€ngers und dem Zugfahrzeug ab).

So wird ein Motorrad richtig verzurrt: Am besten benutzt du eine Auffahrhilfe, ein Holzbrett tut es im Notfall aber auch. Achte bei dem Auffahren darauf, dass auf beiden Seiten der Auffahrhilfe eine Person steht, die das Kippen zur Not verhindern kann.

Achte beim verzurren darauf, dass jeder Gurt gleichmĂ€ĂŸig festgezogen ist und das Motorrad gerade steht.

Tipp: Desto höher die Ladekante des Transporters oder des AnhÀngers ist, desto lÀnger sollte die Rampe oder das Brett sein. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Maschine aufsetzt.

Im Optimalfall nutzt du 4 Spanngurte, um das Motorrad festzuziehen. Am besten fixierst du das Motorrad an der unteren GabelbrĂŒcke und an den hinteren Fußrasten oder alternativ am Heckrahmen. Decke vorher Lack- und Metallteile ab, damit sie nicht beschĂ€digt werden.

Die grĂ¶ĂŸten Fehler bei der Ladungssicherung:

  • zu hoher Transporter oder AnhĂ€nger
  • zu kurze Rampe
  • falsche oder zu wenig Gurte
  • falsche Fixpunkte

Tipps zum Motorrad-Transport per Spedition

  1. seriöse Spedition mit einem festen Ansprechpartner wÀhlen
  2. Handynummer des Fahrers notieren
  3. das Motorrad vor dem Transport begutachten und vorhandene Kratzer notieren
  4. Übergabeprotokoll anfertigen lassen
  5. Ist eine Transportversicherung inkludiert?
  6. den Motorradempfang erst quittieren, wenn du alles genau geprĂŒft hast

Fazit Motorrad transportieren

In diesem Beitrag haben wir dir verschiedene Möglichkeiten dazu gezeigt, wie du dein Motorrad transportieren kannst. Welche Variante dabei fĂŒr dich am besten geeignet ist, kommt immer auf deine persönlichen Voraussetzungen und Erfahrungen an. Außerdem spielen natĂŒrlich die Entfernung und die zusĂ€tzlichen Kosten eine Rolle.